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Mo. 11.09.2017, 18:30 - 22:45 Wien

Modest Mussorgski

Chowansch­tschina

Dirigent: Michael Güttler, Regie: Lev Dodin
Mit Ferruccio Furlanetto, Christopher Ventris, Herbert Lippert, Andrzej Dobber, Ain Anger, Elena Maximova

 

Preisinformation

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Sobald ein Stream läuft ist er nicht mehr die ganze Spielzeit lang zum Kauf erhältlich, sondern nach etwa einem Drittel der Spielzeit wird der Kauf geschlossen.

€ 14,00*

D: € 15,15 - US: $ 16,37 - UK: £ 13,66 *

Programmheft

Untertitel

Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer
  • Michael Güttler  |  Dirigent
  • Modest Mussorgski  |  Musik
  • Lev Dodin  |  Regie
  • Alexander Borovskiy  |  Ausstattung
  • Damir Ismagilov  |  Licht
  • Valery Galendeev  |  Regiemitarbeit
  • Yuri Vasilkov  |  Choreographie
  • Iurii Khamutianskii  |  Bewegungsregie
  • Dina Dodina  |  Dramaturgie

Ferruccio Furlanetto | Iwan Chowanski

KS FERRUCCIO FURLANETTO stammt aus der Nähe von Tre­viso, studierte Landwirtschaft und entschloss sich erst mit 22 Jahren zu einem Gesangsstudium. 1974 debütierte er in Triest als Colline (La Bohème), 1979 an der Scala in Macbeth, im Jahr darauf als Großinquisitor (Don Carlo) an der Met. Seither arbei­tet er mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen. Auftritte führen ihn an alle wichtigen Bühnen, wie die Scala, das ROH Covent Garden, die Met, nach Rom, Paris, San Diego, Florenz, Los Angeles, Buenos Aires, Tokio, St. Petersburg, Moskau, zu den Salzburger Festspielen. 1985 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Figaro (Le nozze di Figa­ro) und sang hier seither u. a. Basilio (Barbiere di Siviglia), Alfonso (Così fan tutte), Giovanni, Sidney (Il viaggio a Reims), Padre Guardiano (Forza del destino), Phanuel (Hérodiade), Mus­tafà (L’italiana in Algeri), Sparafucile (Rigoletto), Philipp II., Boris Godunow, Colline, Procida (Vespri siciliani), Silva (Ernani), Zaccaria und Fiesco (Simon Boccanegra). 2001 wurde er Ös­terreichischer Kammersänger, 2007 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. 2005 wirkte er beim Festkonzert 50 Jahre Wiedereröffnung Wiener Staatsoper mit. 
 

Christopher Ventris | Andrei Chowanski

CHRISTOPHER VENTRIS gehört seit seinen Debüts in Glynde­bourne, an der Opera North und an der English National Opera zu den führenden Tenören seines Faches. In den letzten Jahren lag der Fokus seiner Karriere vor allem auf Wagner-Partien wie Parsifal, Siegmund, Lohengrin und Erik. So gab er mit Parsifal sein erfolgreiches Debüt bei den Bayreuther Festspielen und begeisterte mit derselben Partie unter Bernard Haitink an der Zürcher Oper, unter Christian Thielemann an der Wiener Staats­oper, unter Kent Nagano an der Bayerischen Staatsoper, unter Lorin Maazel in Valencia, sowie an der Nederlandse Opera, am ROH Covent Garden, in Paris, in San Francisco, Seattle und Barcelona. Andere wichtige Engagements der letzten Zeit umfassen Erik in San Francisco, Max an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala, Sergei (Lady Mabeth von Mzensk) in Genf, Brüssel, Madrid, Barcelona, Amsterdam und London. Als Števa debütierte er an der New Yorker Met, als Tannhäuser an der Pariser Oper. Außerdem sang er die Titelrolle in Palestrina (München) und Dmitri in Boris Godunow (London). An der Wiener Staatsoper sang er neben Parsifal noch Siegmund, Jim Mahoney (Mahagonny).

Ain Anger | Dossifei

AIN ANGER wurde in Estland geboren und studierte zunächst Physik und Mathematik, ab 1996 Gesang. Seine internationale Karriere begann er als Solist an der Oper Leipzig im Jahr 2001. Seitdem ist er ein gefragter Bass an allen wichtigsten Opernhäu­sern der Welt. 2004 bis 2010 war er Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper, wo er als Monterone (Rigoletto) debütierte und u. a. Rollen wie Philippe II. (franz. und ital. Don Carlos/ Don Carlo), Basilio (Il barbiere di Siviglia), Sarastro (Zauberflöte), Graf Des Grieux (Manon), Peneios (Daphne), Orest (Elektra), Pimen (Boris Godunow), Gremin (Eugen Onegin), Zaccaria (Nabucco), Fiesco (Simon Boc­canegra), Pogner (Meistersinger von Nürnberg), Dossifei (Chowanschtschina), Daland (Der fliegende Holländer), Hunding (Die Walküre), Herrmann (Tannhäuser) sang. Eine rege Konzerttätigkeit führte ihn u.a. zu den Orchestern in Tokio, Stockholm, Amsterdam, New York, Cleveland, San Francisco, Saint Louis, Luzern und München. Er gastiert an vielen Opernhäusern wie an der Pariser Opéra Bastille, an der Bayerischen Staatsoper, an der Washington Opera, dem La Monnaie, der Deutschen Oper Berlin, der Oper Frankfurt, der Mailänder Scala, am Sydney Opera House, am Liceu in Barcelona, in Houston und bei den Bayreuther Festspielen. 
 

Herbert Lippert | Golizyn

Der Österreicher und ehemalige Wiener Sängerknabe HER­BERT LIPPERT zählt zu den bedeutenden Tenören unserer Zeit. Die ersten Förderer seiner Stimme waren Sir Georg Solti und Wolfgang Sawallisch, unter deren Leitung zahlreiche Auf­nahmen wie Die Schöpfung, Don Giovanni und Die Meister­singer von Nürnberg entstanden. 1997 wurde Herbert Lippert für die Interpretation der Rolle des David in Die Meistersinger von Nürnberg unter der Leitung von Sir Georg Solti mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Mit den Wiener Philharmoni­kern verbindet ihn nicht nur eine intensive Arbeit auf dem Opern-und Konzertsektor, sondern auch eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Operette, insbesondere der „entarteten Ope­rette “. Zu den großen Erfolgen am Liedsektor zählen Liederabende mit Wolfgang Sawallisch und Maurizio Pollini. Er ist Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper An der Wiener Staatsoper debütierte er im Jahr 1985 in La traviata und sang hier Rollen wie etwa Tamino, Matteo, Fla­mand, Don Ottavio, Offizier (Cardillac), Belmonte, Alfred, Froh, Walther von der Vogelweide, Skuratov, Aegisth, Jim Mahoney, Peter Grimes, Erik, Eisenstein. 


 

Andrzej Dobber | Schaklowity

Der aus Polen stammende Bariton ANDRZEJ DOBBER studierte in Krakau und Nürnberg und begann seine Gesangslaufbahn als Bass an der Nürnberger Oper. Nach seinem Wechsel ins Bariton­fach war er zunächst an der Oper Frankfurt engagiert, von wo er seine internationale Karriere startete, die ihn heute regelmä­ßig an wichtige Bühnen wie die Mailänder Scala, die New Yorker Metropolitan Opera, die Dresdner Semperoper, die Bayerische Staatsoper in München, die Hamburgische Staatsoper, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Nederlandse Opera in Amsterdam, an das Mariinski-Theater in St. Petersburg, die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, nach Glyndebourne, Brüssel und Paris führt. Zu seinen Partien zählen unter anderem die Titelrollen in Simon Boccanegra, Macbeth, Rigoletto, Król Roger und Nabucco, weiters Renato in Un ballo in maschera, Jago in Otello, Kurwenal in Tristan und Isolde, Carlo Gérard in Andrea Chénier, Amonasro in Aida, Alfio in Cavalleria rusticana, Tonio in Pagliacci, Giorgio Germont in La traviata, Jochanaan in Salome, Tomski in Pique Dame und Amfortas in Parsifal. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2009 als Simon Boccanegra und sang noch Nabucco. 

Rolle an der Wiener Staatsoper 2014/2015: Bojar Schaklowity.

Elena Maximova | Marfa

ELENA MAXIMOVA schloss ihre Gesangsausbildung am Tschai­kowski-Konservatorium in Moskau ab und wurde 2000 als Solis­tin an das Moskauer Stanislavski Musik-Theater engagiert. Dort war Elena Maximova u.a. in folgenden Rollen zu hören: Polina (Pique Dame), Siébel (Faust), Orlofsky (Die Fledermaus), Su­zuki (Madama Butterfly), Rosina (Il barbiere di Siviglia), Olga (Eugen Onegin), Carmen und Charlotte (Werther). Elena Ma­ximova debütierte 2005 auf der Bühne der Bayerischen Staats­oper in einer Neuproduktion von Rigoletto (Maddalena). Sie sang dort auch Suzuki, Carmen, Olga und Frederica (Luisa Miller) auf. Weiters gab sang sie an der Opéra de Lyon (Eugen Onegin, Pique Dame) und trat als Carmen an Häusern wie der Ber­liner Staatsoper, dem Teatro Comunale in Florenz, dem Palau de les Arts in Valencia und an der Scala auf. Elena Maximova ist weltweit auch als Konzertsängerin aktiv. Zuletzt sang sie Carmen, Preziosilla, Charlotte, Despina, Rosina, Nicklausse und Isabella in Moskau, Giulietta an der Met, Carmen und Eboli in Helsinki, Charlotte in Toko, Olga am ROH Covent Garten und an der Met. An derWiener Staatsoper debütierte sie 2012 als Carmen und sang noch Maddalena, Marfa, Eboli, Rosina, Polina.
 

 

Die Ouvertüre „Morgendämmerung über dem Moskwa-Fluss“:  eine Zeit der Wirren, im Staat kämpft jeder gegen jeden um die Macht.  gekämpft. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen Fürst Iwan Chowanski und die ihm untergebenen Truppen die Macht inne zu haben. 1. Akt Moskau, am frühen Morgen nach einem wiederholten Pogrom. Die Soldaten (Strelitzen) rühmen sich der blutigen Abrechnung mit verhassten Fürsten. Fürst Schaklowity diktiert dem Schreiber eine gegen seinen Feind, den Fürsten Iwan Chowanski, gerichtete Denunziation. Die Denunziation ist an den jungen Zaren Peter I. adressiert, der noch nicht über reale Macht verfügt. Einfache Leute aus dem Moskauer Umland tauchen auf. Sie sind Analphabeten und bitten den Schreiber, ihnen die Nachrichten vorzulesen. Die Leute erfahren vom Tod der Fürsten und anderen Grausamkeiten, die auf Chowanskis Befehl verübt worden sind. Triumphierende Soldaten huldigen ihm. Chowanskis Sohn Andrei verfolgt vor aller Augen die Ausländerin Emma und versucht, sich ihrer zu bemächtigen. Nur das Eingreifen Marfas, der früheren Geliebten Andreis, rettet die Ausländerin. Iwan Chowanski befiehlt seinen Soldaten, Emma, die ihm gefällt, zu ergreifen. Zwischen Vater und Sohn entbrennt ein Streit. Das Erscheinen Dossifeis, des Anführers einer radikalen nationalistischen und religiösen Gruppierung, beendet den Streit. Vater und Sohn weichen vor der Willenskraft ihres ideologischen Konkurrenten zurück. Unruhe liegt in der Luft. 2. Akt Fürst Golizyn, ein weiterer Bewerber um die Macht und ein moderater Europäisierer, ist von Zweifeln und Zukunftsängsten geplagt. Er bittet Marfa, ihm die Zukunft vorauszusagen. Marfa prophezeit ihm Acht und Bann. Die Prophezeiung versetzt den abergläubischen Fürsten in Wut. Er befiehlt, Marfa zu ertränken. Bei Golizyn kommen die Vertreter aller politischen Kräfte zusammen. Zwischen Chowanski, Golizyn und Dossifei entbrennt ein Streit – die ideologischen Gegner sind unversöhnlich. Unerwartet kehrt Marfa zurück, die sich aus den Händen der Mörder hat retten können. Sie bringt erschütternde Nachrichten mit: während die erfahrenen Politiker miteinander um die Macht kämpften, ist eine neue politische Kraft im Lande aufgetaucht – der junge Zar Peter und seine Garde. Fürst Schaklowity tritt ein. Er verkündet eine für Chowanski entsetzliche Nachricht: Durch eine Denunziation hat der junge Zar Peter erfahren, dass die Chowanskis „einen Staatsstreich planen“. Peter habe Chowanskis Taten als Staatsverrat eingestuft und das Verbrechen mit dem Namen des Verbrechers als „Chowanschtschina“ bezeichnet. Der Zar habe befohlen, Chowanski zu beseitigen.   3. Akt Im Volke gärt es. Marfa trägt schwer an Fürst Andrejs Untreue – als sie den Sohn des Fürsten Chowanski im „Parteiauftrag“ verführte, hat sie sich ernsthaft in Andrei verliebt. Marfas Liebesqualen erregen die ihr nachspionierende Susanna, eine nicht minder fanatische Jüngerin Dossifeis. Susanna kann Marfa die Gefühle, die sie in ihr geweckt hat, nicht verzeihen. Dossifei weist Susanna zurecht und tröstet Marfa. Schaklowity betet – er glaubt Russlands Retter und der Macht würdig zu sein. Er erblickt Chowanskis betrunkene Soldaten. Ihre Frauen versuchen, sie zur Ruhe zu bringen, doch das wilde Treiben nimmt seinen Lauf. Der Schreiber berichtet vom Angriff der Garde Peters. Die Soldaten erwarten, dass Chowanski sie gegen den Feind führt, doch ihr Befehlshaber ist zutiefst niedergeschlagen. Seine Macht verfällt, sein Leben ist in Gefahr.   4. Akt Nachdem er sich geweigert hat, gegen Peter vorzugehen, hält Chowanski sich in seinem Haus versteckt – hier wähnt er sich in Sicherheit. Um sich abzulenken, befiehlt er seinen „Haremsdamen“ ihn zu unterhalten. Ein Vertrauter Golizyns warnt Chowanski vor drohender Gefahr. Fürst Schaklowity erscheint und bittet Chowanski, zum Staatsrat zu erscheinen – man habe ihn eingeladen. Chowanski vertraut Schaklowity – und stirbt durch die Hand von Schaklowity entsandter Mörder. Marfas Prophezeiung hat sich erfüllt: Golizyn ist ebenfalls vernichtet. Dossifei scheint keine Widersacher mehr zu haben, als Marfa ihm von Peters Entschluss berichtet, ihn und seine Jünger umzubringen. Schadenfroh teilt Marfa Andrej den Tod seines Vaters mit. Peters Soldaten führen Chowanskis Soldaten zur Hinrichtung. Andrej bittet Marfa, ihn zu retten. Mit der Nachricht von der Begnadigung durch den Zaren flösst Peters Repräsentant Fürst Streschnew den Soldaten Chowanskis neue Hoffnung ein. 5. Akt Dossifei führt seine Anhänger und alle, die sich vor möglichen Veränderungen im Lande fürchten, zur Selbstverbrennung. Die Rettung, die Marfa Andrei versprochen hat, ist das Feuer, in dem sie sich mit ihm vermählt. Massenhafter ritueller Selbstmord.  Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes werden wieder einmal zu Asche.